Lebens-Wende
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Die Motivation

Dass beide Initiatoren sich von ihren erlernten Berufen und den bisherigen Tätigkeiten verabschieden und sich einer neuen Aufgabe - der Gründung und Leitung eines Hospizes - zuwenden, hat seinen Ursprung in erster Linie in ganz persönlichen Beweggründen:
Beide haben in den zurückliegenden Jahren im Freundes- oder Verwandtenkreis Abschied nehmen müssen von ihnen nahe stehenden Menschen.
Ein Teil dieser Menschen hat die letzten Lebenswochen in Hospizen verbracht, wo sowohl Björn Eberle als auch Horst Fritze die Chance hatten, sie dort bis zum Ende ihres Weges zu begleiten.
Hierbei konnten Einblicke in die Arbeit der jeweiligen Hospize gewonnen werden, die nicht immer nur zu positiver Kritik Anlass gaben.
Die Annahme, dass gerade in den Hospizen im Unterschied zu Pflegeheimen und Krankenhäusern ein persönlicherer und humanerer Umgang mit sterbenden Menschen gepflegt wird, hat sich leider nicht in jedem Fall bestätigt!
Dass auch hier Zeitmangel und Überlastung der Pflegekräfte das bestimmende Bild sind, und die Freunde oder Verwandten darunter selbst in ihren letzten Lebenstagen zu leiden hatten, hat einen wichtigen Anstoß zu dem Wunsch gegeben, solchen Zuständen etwas entgegen zu setzen!

Es mag der Eindruck entstehen, dass die bisherigen Berufsfelder des Innenarchitekten bzw. Visagisten in einem krassen Gegensatz zu der Begleitung sterbender Menschen in Hospizen steht! Zumal wenn man weiß, dass beide Berufe sich naturgemäß eher mit der "Oberfläche", dem "Äußerlichen", der "Fassade" eines Menschen beschäftigen.
Wenn man jedoch - wie Horst Fritze und Björn Eberle - auch in diesem Äußeren einen Spiegel des Inneren sieht, dann erweist sich auch diese Arbeit als ein Gestaltungsprozess, der weit mehr mit dem Gegenüber zu tun hat als gemeinhin angenommen und erwartet wird.
Insofern ist der Umgang mit den "inneren Räumen" des Menschen, mit seinen Wünschen und Sehnsüchten, aber auch mit seinen Ängsten und Sorgen nicht neu!
Möglicherweise gewinnt er nun lediglich eine ausgeprägtere Nuance, da die zeitliche Perspektive des zu Betreuenden ihn vor seine Endlichkeit stellt.
Letztlich bieten aber auch die ursprünglich erlernten Berufe Möglichkeiten, den zu Betreuenden eine ihnen entsprechende Umgebung für diese wichtige Lebens-Wende zu gestalten!

Das eigene spirituelle Wachstum beider, das sich Schritt für Schritt von einer konfessionellen bzw. institutionellen Bindung gelöst hat, bewirkt einen weiteren Anstoß in Richtung dieses Tätigkeits-Wechsels!
Die kontinuierliche Arbeit an sich selbst und das Erkennen der wesentlichen Lebens-Zusammenhänge führt dazu, dass beide Initiatoren den Wunsch verspüren, sich einer "wichtigeren", "sinnvolleren" Aufgabe zu stellen, und ihr Wirken dem Dienst am Menschen in dieser wichtigen Übergangs-Phase zu etwas Neuem hin zu widmen.
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